Originaltitel: Fear

Psychothriller, USA 1996, 93 Min. , ab 18
Von: James Foley. Darsteller: Amy Brenneman (Laura Walker), Alyssa Milano (Margo Masse), William L. Petersen (Steve Walker), Mark Wahlberg (David McCall), Reese Witherspoon (Nicole Walker).
Ton- und Bildformate: 4:3.

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Fear - Wenn Liebe Angst macht
 

Liebe kann in Hass umschlagen, eine funktionierende Beziehung schnell zu einer verhängnisvollen Affäre werden. Das zeigt Regisseur James Foley („Die Kammer“) in seinem spannenden Thriller. Ex-Unterwäsche-Model Mark Wahlberg liefert dabei eine beklemmende Performance als Psychopath.
Die 17-jährige Nicole Walker (Reese Witherspoon) ist hin und weg, als sie auf einer Party dem smarten David (Mark Wahlberg) zum ersten Mal begegnet. Aus den beiden wird schnell ein Paar. Selbst Nicoles Stiefmutter ist von dem höflichen Jungen ganz begeistert. Nur Papa Steve (William L. Petersen) kann sich nicht damit abfinden, dass seine Tochter langsam flügge wird. Er verbietet ihr jeden weiteren Umgang mit David. Dadurch stärkt sich ihre Beziehung umso mehr. Bis Nicole eines Tages sieht, wie ihr Freund sie betrügt. Als sie sich daraufhin von ihm trennen will, rastet er aus. Ein Albtraum beginnt: David verfolgt sie auf Schritt und Tritt und terrorisiert bald die ganze Familie. -
Mit diesem spannungsgeladenen Thriller feierte Reese Witherspoon („Natürlich blond“) ihren Durchbruch.

Spätestens in seiner Rolle als Pornodarsteller mit Stehvermögen in „Boogie Nights“ machte Exsänger „Marky“ Mark Wahlberg deutlich, dass er als Schauspieler ernst genommen werden wollte. Mit „Three Kings – Es ist schön König zu sein“ und „Der Sturm“ setzte er seine erfolgreiche Filmkarriere fort. Zuletzt war das Ex-Calvin-Klein-Unterhosen-Model in der Komödie „Rock Star“ sowie dem Actionthriller „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ in den deutschen Kinos zu sehen. Im April startet die skurille Komödie „I Heart Huckabees“: Dort spielt Wahlberg einen neurotischen Feuerwehrmann; neben Stars wie Jude Law, Dustin Hoffman und Isabelle Huppert.
 

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Focus - Das moderne Nachrichtenmagazin (DEU) 04.11.1996

Niedrige Instinkte / Abgründe der Liebe und Triebe: James Foleys schwarzer Thriller "Fear" mit Marky Mark

Harald Pauli

 
Angst beherrscht Amerikas Filme, Hollywood mutiert momentan mehr und mehr zur Alptraumfabrik. Zum Ende des Jahrtausends wird die allseitige Bedrohung beschworen, im großen durch Außerirdische ("ID 4") und Katastrophen ("Twister"), im kleinen durch Korruption und Komplott in Kirche und Politik, Polizei und Justiz ("Primal Fear", "City Hall"). Überall wuchert das Unbehagen gegenüber Washington und seinen Bundesbehörden, Verschwörungstheorien treiben abstruse Blüten.

Mit der Angst spielt auch "Fear", wie der Titel schon sagt. Aber dieser Thriller reduziert, wie es der Titel in seiner Knappheit auch signalisiert, das Gefühl auf seine elementare Erscheinung: Horror pur. Keine gesellschaftspolitischen Implikationen, kein modisches Tamtam - hier wird angenehm unambitioniert nur an die Urinstinkte appelliert.

Vertrauenssache: So wie sich der Architekt Steve Walker (William Petersen) darauf verläßt, was ihm seine Tochter Nicole sagt, so läßt der Film den Zuschauer zunächst im guten Glauben an das, was man sieht. Ein Idyll: Papa, Mama, Kinder und Wau-wau, in einer superben Villa am Meer.

Alles in bester Ordnung also, wäre Nicole nicht in der Pubertät und hätte mehr den Freund statt die Familie im Sinn - und somit auch weniger die Wahrheit. Das macht die Fallhöhe von "Fear" aus, die Abgründe des Bösen, die eine Notlüge in die Alltagsnormalität reißen kann.

Denn David, der coole Lover aus der Billard-Bar, ist ein ganz anderes Kaliber als Nicoles nette High-School-Kids. Anfangs irritiert nur seine krankhaft-brutale Eifersucht, und bis es den Beteiligten klar wird, daß es sich bei David um eine ganz und gar mörderische Heimsuchung handelt, ist es zu spät.

James Foley, eine der schwärzesten Seelen unter Hollywoods jüngeren Regisseuren, weiß auch hier wieder, Suspense und Romantik in der Schwebe zu halten. In dem weißen Rapper und Unterhosen-Model Marky Mark alias Mark Wahlberg hat er dabei den perfekten Protagonisten. Der ist einfach teuflisch gut im Zwielicht von unbedarftem Charme und perfidem Trieb.

 
 

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