RTL Interview - Frühjahr 2008

William Billy Petersen

Erzählen Sie uns was über die Rettung von Sara in Dead Doll
Ich fand es klasse. Wir mussten die 7. Staffel beenden und sie in Gefahr unter einem Auto bei einem Regensturm lassen. Das schrie förmlich nach einer Fortsetzung. Wir wussten, dass Jorja gehen würde, deshalb wollten wir sicher gehen, weil wir uns so viel aus Sara Sidle und dem Charakter machten, den sie erschaffen hatte, und es war uns wichtig, dass es richtig und so sanft wie möglich geschah. Was die Beziehung zwischen Grissom und Sara anging, fanden wir, dass hier eine wichtige Dynamik angesprochen werden musste. Sicher waren Jorja und ich persönlich sehr froh über die Art und Weise, wie es endete. Danach waren wir lange nicht in der Lage, darüber eine Folge zu drehen, aber ich bin sicher, es ist ein bedeutender Teil in Grissoms Leben in der Serie. Hoffentlich haben wir nicht das Letzte von Sara Sidle gehört oder gesehen.

Ein wenig mehr über Grissoms Beziehung zu Sara Sidle?
Es ist wie überall, etwa am Arbeitsplatz, wenn die Leute herausfinden, dass zwei eine Beziehung haben, dann werden sie zur Zielscheibe. Wann ist es passiert?, Wie konnte ich die Zeichen übersehen?, Was passiert jetzt, da es heraus ist? Aber wir wollten nicht, dass eine Seifenoper daraus wird, deshalb wurde es sorgfältig in so kleine Stückchen zerhackt, wie das in der Realität der Fall wäre. Niemand lebt tatsächlich so wie in den Seifenopern, wo immer allen alles bekannt ist. Wir fanden, dass es dem Leben und der Realität auf diese Weise gerechter wird. Ich denke, es sind noch immer viele Fragen offen. Wir wollen, dass diese Fragen immer offen bleiben und keine Antworten gegeben werden, weil die Antworten nicht annähernd so interessant sind wie die Fragen. So lange wir die Fragen also am Leben erhalten, tun wir das Richtige, das ist unsere Meinung.

Ein wenig mehr über Grissoms Beziehung zu Sara Sidle?
Also ich denke, er befindet sich in einer ziemlich schwierigen Lage. Er ist keiner, der es gewohnt ist, sich jemandem zu verpflichten. Ich bin mir nicht sicher, ob er das jemals in dieser Weise getan hat und das ist jetzt erstmal vorbei. Damit hat er zu kämpfen. Die ganze Kraft ihres Dilemmas und was sie fortgetrieben hat, trifft auf sie alle zu-der Burnout beginnt sich zu zeigen. Man muss viele Leichen gesehen haben, bevor man sich daran gewöhnt. Und ich denke, dass all diese Dinge in Grissoms Situation hineinspielen. Allein die Tatsache, dass sie sich im mittleren Alter befinden, ist für die meisten Männer und Frauen entmutigend. Nicht zu wissen, ob das, was man tut, das Richtige ist und ob das, was man seit 30 Jahren tut, das Einzige sein wird, was man jemals tun wird. Solche Fragen kommen auf. Ich denke, er hinterfragt jetzt seinen eigenen Sinn und Zweck.

Wie wirkt es sich aus, so lange Grissom zu spielen?
 

William L. Peterson
(c) CBS

In meinem Fall als Schauspieler bin ich mehr Stunden am Tag Grissom, als dass ich ich selbst bin. Deshalb beginnt man sich irgendwann zu fragen, warte mal, bin ich das oder ist er es? Es wirkt sich also schon manchmal etwas negativ auf das eigene Privatleben aus und auch auf den Gedanken, jemand anderes zu spielen. Werde ich jemals in der Lage sein, etwas nicht auf diese Weise zu sehen?

 

Und ich entdecke im Laufe der Zeit noch immer Dinge über Grissom, die ich letzte Woche gewiss noch nicht wusste. Und das ist es letztendlich, wodurch in einer Geschichte fesselnde Charaktere entstehen, weil man ständig neue Dinge für sich selbst entdeckt, die man noch nicht wusste.

Über die Schauspielerei allgemein?
Ich habe Glück, dass ich Schauspieler bin und ich denke, eins der Dinge, weshalb ich mich immer dazu hingezogen fühlte, ist, dass es immer wieder neu ist. Die Gelegenheit, die ich erhalten habe, im Laufe von 30 Jahren verschiedene Charaktere zu spielen, regt permanent meine Fantasie an. Dieser wundervolle Zustand der Kindheit, in der man so tut, als ob etwas geschieht und es wird alles wahr. Es ist wie die Chroniken von Narnia und der Herr der Ringe. Jetzt mit 50 darf ich Menschen, Orte und Dinge immer noch wie ein Kind betrachten. Ich habe großes Glück, dass ich diese Arbeit gefunden habe.

Die Entomologie (Insektenkunde) spielt immer wieder eine Rolle ...
Die Sendung ist in viele Richtungen gegangen, wie man das nach 8 Jahren erwarten kann. Man kann nicht jeden Abend eine Sendung über Schmeißfliegen zeigen. Nach einer Weile werden die Leute dessen überdrüssig. Dieses Jahr haben wir eine Folge über Bienen gedreht und über Grissoms Sorge über das Problem mit den Bienen auf der Welt. Ich denke, das ist immer da im Hintergrund und es ist das Fundament von Grissom. Und die Zuschauer wissen zu lassen, wie wir mit Leben und Tod und dem Todeszeitpunkt umgehen und wie das dabei eine Rolle spielt. Die Entomologie ist nur ein kleiner Teil des Spektrums, mit dem Gerichtsmediziner zu tun haben, aber sie war sicherlich ein wesentlicher Punkt bei der Erschaffung der Sendung.

Wie war die Arbeit mit William Friedkin an Cockroaches?
Billy und ich haben in der Vergangenheit einige Filme zusammen gedreht, meinen ersten Film habe ich mit ihm zusammen gemacht. Man weiß nie, ob ein Freund, der ein berühmter Filmregisseur ist, das Interesse oder die Zeit hat, Regie bei Serien auf der ganzen Welt zu führen, er ist schließlich ein viel beschäftigter Mann... Wir kamen zusammen und er sagte, dass er die Sendung mag und so meinte ich, es wäre toll, wenn er einmal käme und die Regie übernähme, mir wäre klar, dass er das vielleicht nicht wollte, doch er war einverstanden und meinte, es würde Spaß machen. Und das tat es, wir hatten eine Menge Spaß. Wir hoffen, dass wir ihn nächstes Jahr noch einmal bekommen können.

Was macht William Friedkins Regieführung aus?
Es war toll, dass jemand wie Billy dazu kam, frisches Blut und ein neuer Blick, der sagte Was machst du? Warum ziehst du dieses Gesicht? und ich sagte Naja, ich muss dieses Gesicht machen, ich muss meine Augenbraue hochziehen, damit die Zuschauer wissen, dass jetzt Werbung kommt. Und er sagte, Nimm die Augenbraue wieder runter, es werden keine Gesichter gezogen. Das war die Art Spaß, die wir hatten.

 

Quelle: www.serienjunkies.de